DIE RITUALE

CLOSING THE BONES

Traumainformierte erweiterte "Closing the Bones" Rebozo Zeremonie

Das Ritual ist eine kraftvolle körperorientierte Behandlung der Seele.*

Es hilft dabei, die Vergangenheit zu heilen und Ressourcen für den Transformationsprozess in der Gegenwart zu gewinnen. Es geht nicht nur um „Abschluss“, sondern auch darum, „Raum zu schaffen“ für den Übergang.

In Zeiten des Wandels braucht die Seele Unterstützung, Nahrung und die Erinnerung an ihre innere Weisheit; und die Wicklerin übernimmt in diesem Moment die Rolle einer achtsamen und verlässlichen Wegbegleiterin.

Eine traumainformierte/traumasensible Fachkraft ist jemand, der über seelische Trauma und seine Mechanismen Bescheid weiß und dies in der Arbeit mit den Klientinnen berücksichtigt; der in der Lage ist, den Beginn einer Stressreaktion rechtzeitig zu erkennen und der weiß, wie er der Klientin helfen kann, zu einem stabilen Zustand zurückzukehren. Entscheidend ist, dass das Ritual ein sicherer und ressourcenreicher Prozess für die Frau ist.

Hier sind beispielhafte Anlässe, sich an diese Zeremonie zu wenden:


REBOZO-RITUAL

Wo?

Die Zeremonie wird bei den Kunden zuhause oder in meiner Praxis in Landau durchgeführt.

Was?

Die modernen Postpartum-Wickelpraktiken leiten sich von den alten Traditionen des Wickelns und Abschließens der Geburt ab, die von fast allen Völkern praktiziert wurden. Die bekanntesten sind das mexikanische Ritual "La Cerrada"/"Rebozo Cerrada" - auch bekannt als "Closing the Bones", das Thailändische (ein Teil von "Yu Fai") und die alten slawischen Wickelbräuche ("Pelenanie", "Pravki" und "Ladki").

Für mexikanische Frauen ist das Wickeln nach der Geburt ein sehr gängiges Verfahren. Für eine lange Zeit haben sie es in einem traditionellen Bad namens Temascal durchgeführt, wohin sie gewöhnlich gingen, um Ereignisse in ihrem Leben zu verarbeiten, mit irgendeinem Problem, das sie lösen mussten, oder einfach um Kraft zu finden. In der slawischen Tradition waren die Bäder der Ort, an dem die Entbindung stattfand und wo auch die Rituale der Rehabilitation nach der Geburt stattfanden. Die thailändischen Traditionen der postpartalen Erholung heißen Yu Fai - "Das Feuer am Brennen halten". Die Grundlagen von Yu Fai sind Ruhe, Wärme, Kräuter und Aufmerksamkeit für den Bauch.

Wann?

Man kann das Ritual sowohl bald nach der Geburt (nach mindestens 40 Tagen) als auch später durchführen. Auch Jahre danach können emotionale Traumata aus der Geburt in der Frau wieder auftauchen. Dann kann das postnatale Wickeln genutzt werden, um diese tiefgehend zu bearbeiten. Im ersten Fall wird mehr Gewicht auf die körperliche Genesung gelegt, im zweiten Fall auf die psychotherapeutische Wirkung.


REBOZO-RITUAL

Wofür?

1. Der Hauptzweck des Rituals, wenn es innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt durchgeführt wird, ist die körperliche Erholung.
Die gesamte Prozedur ist ein Prozess der Ausruhens, der Entspannung und das Erhalten der mütterlichen Fürsorge von außen. Diese "Bemutterung" wird von jungen Müttern in der Regel sehr vermisst.
Physiologische Seite: Nach der Geburt sinkt der Spiegel von Relaxin (das Hormon, das Flexibilität und Dehnbarkeit des Gewebes während der Geburt unterstützt) langsam ab. Um es aus dem Körper zu bekommen, wird dieser erwärmt, und die Bereiche der Hauptgelenke - wo sich das Hormon ansammelt - mit einem Tuch zusammengezogen. Die Aufgabe besteht darin, die auseinandergetretenen, gedehnten Bänder und Beckenknochen "einzusammeln", wieder in Position zu bringen.

2. Es ist sehr wichtig, nicht nur mit dem Körper zu arbeiten, sondern auch mit dem emotionalen Zustand der Frau. Um das Geschehene zu verarbeiten, ist es für den Menschen sehr wichtig und hilfreich, sich auszureden und auszuweinen, und dabei aufmerksam angehört und ohne Wertung akzeptiert zu werden. Genau das bietet diese Zeremonie.

3. Eine Geburt ist auch eine Initiation. Deshalb hilft das Ritual, sie zu realisieren, zu vervollständigen und abzuschließen.

In der heutigen Gesellschaft ist es üblich, die Geburt eines Kindes zu feiern. Aber es ist genauso wichtig, die Geburt der Mutter in der Frau zu feiern, die neues Leben geschenkt hat. Mit jedem weiteren Kind wird in derselben Frau eine neue Mutter „geboren“, ihr neues, noch unbekanntes Ich offenbart sich. Der Ritus hilft, diesen Übergang tiefer und bewusster zu gestalten.

REBOZO-RITUAL

Wie?

Die Zeremonie dauert fast den ganzen Tag (ca. 6 Stunden) und besteht aus mehreren Schritten. Es kann von einer oder zwei Doulas zusammen ausgeführt werden. Wenn nur eine Doula das Ritual übernimmt, sollte die junge Mutter jemanden haben, der sich in dieser Zeit um das Baby kümmert, damit es in der Nähe bleiben kann und bei Bedarf Zugang zur Mutter hat.

1. Vorbereitung. Die Frau erzählt ihre Geschichte.

Es werden die Kräuter und Aromaöle individuell ausgewählt. Ein wärmendes Getränk wird rituell zubereitet (Kräutertee, Gewürzgetränk oder Gewürzkakao).
Danach wird ein seelenvolles Gespräch geführt, bei dem die Geschichte der Frau in einem Kräutermandala gesammelt wird. Dieses Gespräch kann auch separat durchgeführt werden, persönlich oder online.
Es ist wichtig, über das Erlebte zu sprechen, es mit jemandem zu teilen, der es versteht und akzeptiert. Besonders, wenn es etwas Negatives, Traumatisierendes gab.

2. Massage

Eine Rebozo-Massage ist eine sanfte, einhüllende Technik, die mit einem speziellen Rebozo-Tuch durchgeführt wird. Es handelt sich um eine berührungsfreie Methode, die auf Schaukeln, Schweben und Vibrationen, Dehnung und Kompression basiert.

REBOZO-RITUAL

3. Ein heißes Bad mit Kräutern (Besuch eines Badehauses, Sauna)

Neben der Entspannung und Erwärmung des Körpers in der Badewanne gibt es auch einen Moment der mütterlichen Fürsorge. Nach dem Bad kann wieder ein heißes Kräutergetränk zur zusätzlichen Erwärmung von innen eingenommen werden.

4. Ganzkörpereinölung

Nach dem Bad wird der aufgewärmte und entspannte Körper der Frau mit der Anwendung von Aromaölen eingeölt.
Alternativ wird eine Ganzkörper- und Kopfmassage durchgeführt.

5. Wickeln

Das Wickeln ist ein Schließen des Körpers durch 7 Schlingen mit Rebozo-Tüchern. Die Tücher werden der Reihe nach vom Kopf bis zu den Füßen gewickelt und festgezogen, nicht schmerzhaft aber recht straff gespannt.

An diesem Punkt versinkt die Frau meist in eine sehr tiefe Entspannung, manchmal ähnlich einer Trance, oder in einen Tiefschlaf, was eine zusätzliche heilende Wirkung hat. Nach einiger Zeit werden die Knoten auf dem Weg zurück von den Füßen zum Kopf eins nach dem anderen wieder aufgemacht.

Der Vorgang des Wickelns beeinflusst den Körper der Frau noch am gleichen Tag. Sie fühlt sich einen Anstieg ihrer Energie und bekommt Lust auf Aktivität. Aber es ist wichtig, sich in den folgenden 3 bis 4 Tagen mit Unterstützung von Angehörigen maximale Ruhe zu gönnen: hinlegen, essen, sich nicht belasten.

REBOZO-RITUAL

Bondingbad (Babyheilbad)

Das Babyheilbad kann nach einer herausfordernden Geburt eine wertvolle erste unterstützende Maßnahme sein, um die Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken oder ein durch eine frühe Trennung unterbrochenes Bonding achtsam nachzuholen. Es lässt sich sowohl in den ersten Tagen nach der Geburt als auch zu einem späteren Zeitpunkt – sogar nach mehreren Wochen – durchführen.

Dieses besondere Ritual wurde von der Hebamme Brigitte Meißner entwickelt. Sie versteht das Bondingbad (Babyheilbad) als eine liebevolle Einladung an Mutter und Kind, sich noch einmal neu zu begegnen – getragen von Ruhe, Geborgenheit und einer tief beruhigenden, heilsamen Atmosphäre.

Das Babyheilbad greift symbolisch den innigen Moment auf, in dem das Neugeborene – noch feucht von der Geburt – auf die nackte Brust der Mutter gelegt wird. Bei der Durchführung zu Hause ist es empfehlenswert, wenn Mutter und Kind einfühlsam begleitet werden, beispielsweise durch den Partner, eine Hebamme oder eine Doula.

Wann kann ein Babyheilbad sinnvoll sein?

Grundsätzlich kann ein Bondingbad nach jeder Geburt angewendet werden. Besonders wichtig ist es in folgenden Situationen:

Aus professioneller Sicht kann das Babyheilbad ein sehr achtsamer Weg sein, um emotionale Nähe zu fördern und Mutter sowie Kind in ihrer gemeinsamen Ankommenszeit sanft zu unterstützen.


*Meine Doula-Begleitung, Massagen und Rituale stellen keine medizinische Leistung dar und ersetzen weder ärztliche noch hebammengeleitete Betreuung.